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Team Bittel Regensburg 2001 Team Bittel
  

Erwin und seine Schülerin beim Zieleinlauf

Ganz Vorne - Ganz Hinten

Erwins Bericht 

vom

Regensburg

 Marathon 2001

Erwin begleitet eine Laufschülerin bei Ihrem ersten Halbmarathon.
Sie erleben ein tolles Publikum und machen Bekanntschaft mit der Marathon-Elite als sie umrundet werden und Erwin begleitet die beiden Führenden Dimitri Kapitonov und Samson Loywapet ein Stück ...

Dass es recht warm in Regensburg würde war mir schon am Start klar, obwohl es mich da noch gefroren hat. Ich würde sagen es war ein Hitze-Lauf. Wieder einmal, wenn auch nicht ganz so warm wie im vorigen Jahr.

Ich habe eine Freundin und Lauf-Schülerin begleitet, die erst seit ein paar Monaten läuft und mit 34 heute ihren ersten Halbmarathon gelaufen ist. Sie war die letzten Wochen aufgeregt, ob sie es schaffen würde, und die letzten Tage war sie sehr besorgt. Nie ist sie mehr als 16 km gelaufen, hat aber schon zwei 10 km-Wettkämpfe mitgemacht. Deswegen haben wir ausgemacht, dass ich mit ihr laufe.

Und es war schön! Für mich ein Erlebnis der ganz besonderen Art, einmal ganz am Ende des bunt vor uns auf- und ab hüpfenden Feldes von 7.000 Läufern zu sein.

Wir sind ganz langsam los, haben im 8-Minuten-Tempo jeden Kilometer kommen lassen und sind auch so ins Ziel gelaufen. Wir sind über die Berge von weggeworfenen weißen Plastikbechern gelaufen und haben an jeder Wasserstelle getrunken. Dazu sind wir stehen geblieben. Gegessen haben wir nichts. Ich hatte meinen Trinkgürtel dabei und konnte ihr so ab km 14 auch zwischendurch noch einen kleinen Schluck geben. Das war bei dieser Hitze und der Zeit, die wir schon unterwegs waren auch nötig. 
Und es wurde immer wärmer, der Asphalt wurde richtig heiß, der Kopf auch und der Schatten in den Straßen war weg weil die Sonne mittlerweile senkrecht stand. Sie hat meinen Rat befolgt und sich ab und zu Wasser übergegossen um sich zu kühlen und einen klaren Kopf zu bewahren.

Wir wurden auch dann noch vom Publikum angefeuert als Hunderte von Metern vor uns keiner mehr zu sehen war. Das Publikum war engagiert, vor allem die kleinen Kinder im Schatten der Bäume mit ihren Rasseln und Pfeifen, trommelnd auf Kochtöpfen und klatschend. Selbst wenn nur zwei Kinder da waren, gab es für uns eine "La Ola"-Welle. So konnte ich wie selten zuvor jede Stimmung voll erfassen
und genießen und bin einmal nicht vorbeigeflogen. Dank der Freundin, die sich wacker hielt. 

Am schönsten war der Weg von der alten Steinernen Brücke durch das enge Tor in die Altstadt, ein wahrer Hexenkessel von Leuten, die nur für uns beide applaudierten. Zu diesem Zeitpunkt hatten uns schon eine Weile die Ersten 12 der Marathonläufer überrundet.

Zwei Kenianer mussten aufgeben bei km 30, einer etwas später, direkt nachdem er uns überholt hatte. Wir hatten damit zwar nichts zu tun, haben aber den Rückenwind der flitzenden Läufer gerne mitgenommen.

Als wir die Spitzengruppe auf der Gegenfahrbahn kommen sahen hatte ich eine verrückte Idee: 
einmal wollte ich ein paar Meter mit ihnen laufen!

Und irgendwann, ich glaube bei km 32, kamen sie dann, ein Schwarzer und ein Weißer, die beiden Führenden. Ich hab mich in nur zwei Metern Abstand den beiden angeschlossen. Es ging ganz gut die ersten hundert Meter, dann hatte ich das Tempo. Es ist verdammt schnell!

Ich konnte ohne aus der Puste zu kommen 2 oder 3 Minuten mithalten, ein wahnsinnig aufregendes und beglückendes Gefühl! 
Das Motorrad war direkt neben mir und einer rief "three minutes ten last kilometer, three minutes ten". Jetzt verstehe wie das ist. Ja. Einmal ganz vorne mit dabei zu sein ist etwas ganz anderes. Die beiden liefen hoch konzentriert, Wasser tropfte von ihrem Kopf,
ich konnte förmlich den Siegeswillen spüren. Fast war es frech von mir, vielleicht habe ich auch gestört, deswegen bin ich dann auch bald wieder langsamer geworden, "Auslaufen nach einem Zwischensprint" sozusagen, wieder meiner langsameren Läuferin entgegen.

Ich habe diesen Kontrast zwischen ganz vorne dabei und ganz hinten dabei genossen. Irgendwann dann kam der erste Deutsche als 12ter an uns vorbei, bald gefolgt von der ersten Frau, die locker wirkte und alleine lief. Und auf den letzten Metern, nach 2:50 Stunden kamen dann immer mehr weitere Läufer.

Es wurde für sie dann auch schwerer zum Ende hin, aber nie wirkte sie am Ende ihrer Kräfte, lief locker durch. Im Ziel war sie überglücklich und völlig aufgedreht. Angekommen! Dieser Freudenfunke sprang auch auf mich über und ich habe es erlebt als wäre es mein erster Halbmarathon gewesen.

"Team Bittel" in Aktion!

Bericht von Thomas zum Regensburg Marathon

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